,,Glück" und „Wunder" - Das Ende des Romans diskutieren

Der Roman Hiob hat verschiedene Wirkungen auf den Leser. Anfangs wirkt er wie ein ganz gewöhnlicher Roman, ohne besondere Höhen und Tiefen. Am Ende jedoch kommt alles ganz anders als geplant. Wer hätte gedacht, dass plötzlich Mirjam in einer Psychiatrie landet, Jonas verschwindet, Sam (alias Schemarjah) stirbt und Deborah in Folge dessen genau so. Richtig, niemand! Auch, dass Menuchim gesund nach Amerika kommt hätte man den ganzen Roman nicht geahnt. Das ist das was den Roman ausmacht. An dem glücklichen Ende des Romans, nämlich dass Menuchim geheilt nach Amerika kommt, überzeugt mich, dass es generell im echten Leben auch Wunder geben kann. Außerdem erlebt man oft, dass nach vielen Tiefschlägen im Leben etwas Gutes geschieht. Außerdem überzeugt mich, dass die Gefühle am Ende des Romans sehr realistisch und detailliert dargestellt sind. Unter anderem haben die meisten Romane ein sogenanntes ,,Happy-End''.Jedoch habe ich an dem glücklichen Ende mehr auszusetzen, als dass es mich überzeugt. Vorerst kann ich mit Sicherheit sagen, dass die Medizin damals sicherlich nicht so weit war, um einen behinderten Jungen plötzlich zu heilen. Aber auch heute werden Menschen mit einer Behinderung nicht einfach so wieder gesund. Meiner Meinung nach, ist das Ende des Romans viel zu fiktiv. Es ist einfach unwahrscheinlich, dass zwei Personen aus der Familie sterben, eine verrückt wird, einer verschwindet und der kranke Sohn, der hoffnungslos zurückgelassen wurde, plötzlich gesund nach Amerika kommt. Was meine Meinung weiterhin stützt, ist dass Joseph Roth seinen Roman im Nachhinein selbst kritisiert. Ebenso stütze ich die Meinung von Ludwig Marcuse, welcher behauptet, dass der Schluss des Romans nur aufgesetzt und viel zu pompös für Joseph Roths Schreibweise sei. Abschließend kann ich sagen, dass mir das Ende sehr unrealistisch scheint. Das wäre auf jeden Fall ein Punkt, den ich an dem Roman kritisiere.

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