21 Dinge,
die Kafka interessant machen.
Ein Kafka-Listicle.


»Daß man K. kannte schien ihn nicht zu empfehlen.« - Das Schloss

1. Kafka war ein Frauenheld

Felice Bauer, 1. Date 13. August 1912:
»Fast zerbrochene Nase. Blondes, etwas steifes, reizloses Haar, starkes Kinn.«
Quelle

2. Kafka war ein Romantiker

Hansi Juliane Szokoll:
»Ganze Kavallerieregimenter sind über ihren Leib geritten.«
Quelle

3. Ein sachlicher Lebenslauf.

Ich bin am 3. Juli 1883 in Prag geboren, besuchte die Altstädter Volksschule bis zur 4ten Klasse, trat dann in das Altstädter deutsche Staatsgymnasium; mit 18 Jahren begann ich meine Studien an der deutschen Karl-Ferdinands-Universität in Prag. Nachdem ich die letzte Staatsprüfung absolviert hatte, trat ich am 1. April 1906 als Concipient beim Adv. Dr. Richard Löwy am Altstädter Ring ein. Im Juni legte ich das historische Rigorosum ab und wurde in demselben Monat zum Doktor der Rechte promoviert.
Ich war, wie ich es mit dem Herrn Advokaten auch gleich vereinbart hatte, in die Kanzlei nur eingetreten, um die Zeit auszunützen, denn schon am Anfang hatte ich die Absicht, nicht bei der Advokatur zu bleiben. Am 1. Oktober 1906 trat ich in die Rechtspraxis ein und blieb dort bis zum 1. Oktober 1907.

Dr. Franz Kafka

4. Ein adretter Jugendlicher.

5. Ein rätselhaftes Kind.

6. Die Nachbarn auf dem Regal.

Wer würde nicht links von Kaminer, Kaschnitz oder Kehlmann stehen wollen?

7. Eine tolle Unterschrift.

Die hat es buchstabenweise sogar auf eine Gesamtausgabe gebracht.

8. Hatten wir schon - tolle Unterschrift?

9. Die Schrift.

Das ist der Anfang des Manuskripts von »Der Process«, das man sich im Literaturmuseum in Marbach ganz anschauen kann. Kafka über sein Schreiben: »Ich kann nicht mehr weiterschreiben. Ich bin an der endgültigen Grenze, vor der ich vielleicht jahrelang wieder sitzen soll, um dann vielleicht wieder eine neue, wieder unfertig bleibende Geschichte anzufangen.«

10. Und: Kafka-Tatoos.


11. Die knackigen Zitate.

12. Und das Schreiben.

So stellt sich Robert Crumb das Schreiben von Kafka vor.

13. Ein eigenes Adjektiv! Yay!

Steht sogar im Duden.

14. Eignet sich zum Fluchen.

Randall Munroe hat für xkcd untersucht, wie oft in der englischen Sprachverwendung Adjektive mit vulgären Ausdrücken verstärkt werden. »Fucking kafkaesque« sagt man offenbar deutlich häufiger als »kafkaesque as shit«.

15. Kafkaesk: 2014 erscheint ein Kafka-Game!

Den Trailer dazu gibt's bei Golem.de.

16. Die Kafka Airline gibt's zum Glück noch nicht.

17. Inspiration für zahllose Filme.

Hier das Anime zu »Ein Landarzt«, »A Country Doctor« von Koji Yamamura.

18. Auch lustige.

Hier die britische Komödie »Franz Kafka's It's a wonderful life« von Peter Capaldi von 1993.

19. Kafka war wirklich lustig.

Das Bild zeigt ein Zitat aus einem Essay von David Foster Wallace über Kafka, von dem ein Auszug bei Harpers erschienen ist. Foster Wallace beklagt sich darüber, dass er seinen Studentinnen und Studenten nicht beibringen könne, wie lustig Kafkas Texte seien.

20. Kafka war ein Fan von Listen.

So schreibt er über seine Beziehung zu Felice Bauer Folgendes in sein Tagebuch:
»Zusammenstellung alles dessen, was für und gegen meine Heirat spricht:
1. Unfähigkeit, allein das Leben zu ertragen, [...]. Die Verbindung mit F. wird meiner Existenz mehr Widerstandskraft geben.
2. [...] Gestern sagte meine Schwester: ?Alle Verheirateten (unserer Bekanntschaft) sind glücklich, ich begreife es nicht?, auch dieser Ausspruch gab mir zu denken, ich bekam wieder Angst.
3. Ich muß viel allein sein. Was ich geleistet habe, ist nur ein Erfolg des Alleinsein.
4. Alles, was sich nicht auf Literatur bezieht, hasse ich, es langweilt mich, Gespräche zu führen […], es langweilt mich, Besuche zu machen, Leiden und Freuden meiner Verwandten langweilen mich in die Seele hinein. [...]
5. Die Angst vor der Verbindung, dem Hinüberfließen. Dann bin ich nie mehr allein.
6. Ich bin vor meinen Schwestern, [...] oft ein ganz anderer Mensch gewesen als vor anderen Leuten. Furchtlos, bloßgestellt, mächtig, überraschend, ergriffen wie sonst nur beim Schreiben. Wenn ich es durch Vermittlung meiner Frau vor allen sein könnte! Wäre es dann aber nicht dem Schreiben entzogen? Nur das nicht, nur das nicht!
7. Allein könnte ich vielleicht einmal meinen Posten wirklich aufgeben. Verheiratet wird es nie möglich sein.«
Quelle

21. Der Mann hatte eine Pornosammlung.

Dabei handelte es sich vor allem um Zeitschriften von Franz Blei (Der Amethyst, Opale), die Abbildungen wie Reh-Inkarnation (1906) vonThomas Theodor Heineenthielten. James Hawes behauptet in »Excavating Kafka«, Kafka habe diese Zeitschriften vor seinen Eltern versteckt.

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