Aufstand auf dem Tian’anmen-Platz

Massaker auf dem himmlischen Platz des Friedens

Stuart Franklins Foto vom Tianmen Square in Peking, 1989 [aufgerufen am 15.01.2013: http://iamnotachef.com/wp-content/uploads/2009/06/tiananmen-square.jpg]

Ursache der ersten Demonstrationen in Peking

Der Tod des beliebten Spitzenpolitikers Hu Yaobang führte dazu, dass tausende Pekinger Studenten zum himmlischen Platz des Friedens marschierten um zu protestieren.

Nach den Demonstrationen im Jahre 1986/87 schob man parteiintern alle Schuld Hu Yaobang in die Schuhe, worauf er sich durch kritische Äusserungen zu der Kommunistischen Partei Chinas zu wehren versuchte. Dadurch verlor er sein Ansehen in der KPCh und wurde auch gezwungen als Generalsekretär der KPCh zurückzutreten.
Sein Tod am 15 Juni 1989 führte dann zu einer Wiederauferstehung der früheren Aufstände.

Im Kontext der Reformen von Deng Xiaoping

Durch die Liberalisierung in der Wirtschaft gab es viele Gewinner, aber  auch viele Verlierer, die an Hunger leiden mussten. Korruption und Amtsmissbrauch, kamen noch dazu, und es gab keine Aussicht darauf, dass sich die Liberalisierung der Politik gegenüber verändert, weshalb es auch schon vorher viele Demonstrationen gab. Deng Xiaoping, der nur an die Wirtschaft dachte, reagierte auch erst auf die Demonstrationen, als sie den Gorbatschowbesuch störten.

"Zugleich zeigte die wirtschaftliche Liberalisierung ihre Auswirkungen. Der Lebensstandard stieg, wie auch die Freiheit, eigenen Neigungen nachzukommen. Andererseits teilte sich die vorher extrem egalitäre Gesellschaft in Gewinner und Verlierer der Reformen. Arbeitsplatzgarantien wurden abgeschafft, was eine Welle der Entlassungen zur Folge hatte. Für die Reformverlierer wirkten sich Preissteigerungen von Grundnahrungsmitteln von 20 % bis 26 % (Ende 1988) direkt existenziell aus. Die bisherige Politik der eiserne Reisschüssel stand zur Disposition. Dagegen war offensichtlich, dass viele Manager und Parteiführer sich verstärkt über Korruption und Amtsmissbrauch bereicherten. In diesem Zusammenhang wurden auch Vorwürfe der Vetternwirtschaft erhoben, da sich entgegen den Prinzipien der KP ein großer Teil der Führungsgenerationen in der Volksrepublik China aus Kindern und Familienangehörigen der Führung zusammensetzte. Der wirtschaftlichen Liberalisierung stand eine weiterhin repressive Haltung des Staates bezüglich sozialer Menschenrechte und das ungebrochene Monopol der kommunistischen Partei über die Politik gegenüber."
-[Wikipedia, Tian'anmen-Massaker, Hintergrund:(aufgerufen am 15.01.2013: http://de.wikipedia.org/wiki/Tian%E2%80%99anmen-Massaker#Hintergrund)]

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Sieben-Punkte-Forderung der Studenten

Nach den ersten Tagen der Proteste stellten die Pekinger Studenten Sieben-Punkte-Forderungen, die etwa den Forderungen von 1986/87 entsprachen, bis auf den ersten Punkt:

"1. Neubewertung der Verdienste und Verfehlungen des Genossen Hu Yaopang; Bestätigung seiner entspannten und harmonischen freiheitlich-demokratischen Anschauungen."
(Quelle M5, Sieben-Punkte-Forderungen des "Vorbereitungskomitees der Studenten der Peking-Universität", 21.April 1989)

Zusammenfassend zu den restlichen sechs Forderungen kann man sagen, dass es durchaus berechtigte Forderungen von den Protestierenden sind, die sich gerechtfertigte Strafen für ihre Peiniger, mehr Transparenz vom Staat, Presse/Meinungsfreiheit, Rehabilitisierung der früheren Demonstranten, mehr Geld für das Erziehungswesen und eine faire Berichterstattung gegenüber der Demokratiebewertung wünschen.
Aus heutiger Sicht kann man nicht behaupten, dass die Forderungen nicht angebracht wären und auch nicht, dass die Demonstranten zuviel verlangen würden.

Reaktion der KPCh

Die KPCh zeigt sehr negative und zuerst passive Reaktionen zu den Aufständen, da sie am Anfang eigentlich gar nichts machen. Sie gehen auf die Forderungen kaum ein und lassen die Studenten nur mit niederen Vertretern reden, auf einen gleichberechtigten Dialog lassen sie sich nicht ein. Obwohl sie noch kaum eingelenkt hatten oder auf die Forderungen der Studenten eingegangen sind verlangten sie von ihnen, nicht beim Besuch Gorbatschows zu demonstrieren. Da weiterhin protestiert wurde, wurde die Begrüssung Gorbatschows zum Flughafen umverlagert, was sie als Prestigeverlust empfanden. Erst als die Hungerstreiks zu eskalieren begannen, liess sich die Regierung mit dem Ministerpräsidenten auf ein gleichberechtigtes Gespräch ein, aber wieder haben sie nicht vor, die Forderungen zu erfüllen. Jetzt mischt sich das Militär mitein es kommt ab dem 3. Juli zu blutigen Strassenschlachten mit 60'000 schwerverletzten und 2'600 toten. In anderen Orten Chinas wird gegen das Massaker demonstriert, aber das Massaker hört nicht auf. Am Ende werden viele Demonstranten der Demokratiebewegung hingerichtet und insgesammt werden 30'000 Personen verhaftet.

Von Anfang bis zum Ende lenkt die KPCh kaum ein und lässt alles auf eine sehr brutale Art enden und verbietet am Ende auch noch jegliche Arten von Demonstrationen.

[www.faz.net, Wir sind zu spät gekommen(aufgerufen am: 16.01.2013: http://www.faz.net/polopoly_fs/1.557712!/image/849237566.jpg_gen/derivatives/default/849237566.jpg)]

Entwicklungen der Geschehnisse in Phasen

Meiner Meinung nach kann man die Entwicklung der genannten Geschehnisse in Phasen einteilen und zwar in:

  • 1. Vom 15. April bis zum 12.Mai: In dieser Phase ist es noch eine normale Demonstration, von denen es ja viele gibt, daher schenkt man ihr keine grosse Beachtung
  • 2. Vom 13. Mai bis zum 31.Mai: Durch den Prestigeverlust vom Gorbatschowbesuch und dem immer grösseren Hungerstreiks wird der Demonstration mehr Beachtung geschenkt und man lässt sich auf erste richtige Gespräche ein. Sie fanden aber keine Einigung und der Protest wurde immer grösser.
  • 3. Vom 3. Juni bis Ende: Jetzt wo sie sich nicht einigen konnten, griffen sie zu den Waffen. Es kam zu einem grossen Massaker und alle weiteren Demonstrationen wurden erstickt. Viele weitere wurden im Nachhinein gehängt oder wurden verhaftet. Das ist der blutige Teil und bringt auch das Ende.

Zum Schluss

Hier noch eine Gute Dokumentation zu diesem Thema von dem Sender ORF2:

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