Aufstand auf dem Tiananmen-Platz

Ein Regime verliert sein Gesicht

Tausende von Bürgern forderten Freiheit und Gerechtigkeit. Doch es endete in einem Massaker.

Das Fass war voll

Am 15. April starb der beliebte Politiker Hu Yaobang. Er wurde im Januar zwei Jahre vorher zum Rücktritt gezwungen und verlor seinen Posten als Generalsekretär der KPCh an Zhao Ziyang, da er viel an der politischen Führung der KPCh zu kritisieren hatte. Menschen versammelten sich nun an seinem Todestag auf dem Tiananmen-Platz.


Die Sieben-Punkte-Forderung der Studenten

Am 21. April stellten Studenten die Sieben-Punkte-Forderung. Sie forderten,

  • dass man die Taten von Hu Yaopang neu bewertet und seine entspannte und harmonische freiheitlich-demokratische Anschauung bestätigt.
  • dass Gewalttäter, welche die Studenten und Leute aus der Menge verprügelt hatten, schwer bestraft werden und sich entschuldigen müssen.
  • dass man private Zeitungen zuliess und die allgemeine Pressefreiheit.
  • dass man den Gehalt der Staatsführer und weitere Details dem Volk offenlegte.
  • dass die Fehler des Staatsführer, der für den Erziehungssektor zuständig war, formell dargelegt werden und eine Strafverfolgung für die Verantwortlichen der Fehler. Ausserdem wollten sie eine "erhebliche Ausweitung der Ausgaben für das Erziehungswesen und Erhöhung der Gehälter von Professoren und Dozenten."(1)
  • dass man die Bewegung gegen den bürgerlichen Liberalismus neu bewertete und volle Rehabiltitierung aller Bürger, denen man im ihren Verlauf etwas angehängt hatte.
  • dass man dem Volk einen fairen und verlässlichen Berichterstattung gegenüber der Demokratiebewegung aushändigte.

Diese Forderungen wurden von einem Vorbereitungskomitee aus Studenten von der Peking-Universität erstellt und verfasst und sie sind an die Staatsführung gerichtet. Diese Forderungen sollten bewirken, dass der Staat sich mehr öffnet und somit auch das Volk selbst entscheiden kann. Dadurch soll auch mehr Gerechtigkeit entstehen. Ich, für meinen Teil, finde diese Forderungen sehr gut gesetzt und auch klar beschrieben.

(1) - Direkt aus der Sieben-Punkte-Forderung übernommen.

Ein Sturm zieht auf

An der offiziellen Trauerfeier am 22. April sprach die KPCh keine Anerkennung aus. Viele Studenten und Arbeiter sind dennoch da und demonstrieren dagegen und erhoffen sich immernoch einen Dialog.

Zwei Tage darauf gab es an 35 Pekinger Schulen einen Boykott. Die KPCh bezeichnete die Studentenbewegung als Aufruhr. Einen Tag später bestätigt Deng Xiaoping die Bewertung welches sich landesweit durch die Presse verbreitete.

Am 27. demonstrierten 150'000 Studenten. Bürger unterstützen sie mit Zurufen wie "Die korrupten Beamten sind reich, die Bauern sind arm". So wurde erreicht, dass am 29. "Dialoge" stattfanden. Jedoch schickte man niedrige Beamten die Gespräche führen sollten, bei denen die Studentenvertreter ausgeschlossen sind. Also forderte man einen richtigen Dialog doch die Regierung lehnte ab.

In den nächsten Tagen gab es mehr Demonstrationen und sogar Campierungen auf dem Tiananmen-Platz. Die Regierung forderte, den Platz zu räumen, doch anstatt dies zu tun, streikten sie mit einem Hungerstreik. 3000 waren am 13. Mai bei diesem Streik dabei und nicht wenige waren in Lebensgefahr.

Politischer Besuch

Am 15. Mai war der Empfang von Gorbatschows auf den Flughafen verlegt worden. Die Regierung empfand das als Prestigeverlust und schämte sich für die Aufruhre und Demonstrationen im eigenen Land. Während Deng mit Gorbatschow den Bruch der UdSSR und China beendet, liegen auf dem Platz Tausende, die ständig von Krankenautos besucht werden und in der Hitze ihren Hungerstreik fortführen. Am 18. Mai demonstrieren nun schon 2 Millionen Bürger während Gorbatschow Peking verlässt.

Interne Äusserungen


Am 2. Juni äusserte man innerhalb der KPCh kritische Sätze. Diese Worte kamen aus dem Ältestenkreis, welcher aus acht Männern besteht. Darunter auch Wang Zhen (Vizepräsident der Volksrepublik), Deng Xiaoping (Vorsitzender der Zentralen Militärkomission) und Li Xiannan (Staatspräsident von 1983-1988).

Darunter waren Beleidigungen gegenüber dem Volk wie Wang Zhen äusserte: "Diese Verdammten Hunde! [..] Jeder, der die Kommunistische Partei zu stürzen versucht, verdient den Tod und kein Begräbnis!"

Auch schmiedeten sie pläne für den sogenannten "Räumungsplan", da sonst China in sich zusammenstürzen würde. Denn sie fürchteten, der Westen will dass in China ein Bürgerkrieg ausbricht, damit die Produktionen still stehen und Chinesen flüchten, damit China in Chaos versinken würde, was natürlich nicht so war.

Zitat Li Xiannan: "Wir müssen die Wurzel der Krankheit sofort aussreissen. Fangen wir damit doch heute Nacht an."

Zitat Deng: "In einem Bürgerkrieg würde die Produktion stillstehen, und Flüchtlingsströme würden sich aus China [..] in einer Stärke von hunderten Millionen."

Ich finde die Regierung reagierte viel zu paranoid. Auch fehlt ihnen jegliches moralisches/ethisches Denken, denn wer schon nur an solch eine Räumung denkt, sollte sich bereits schämen sich selber Mensch zu nennen. Auch sollte die Regierung nicht sich gegen das Volk stellen, sondern mit dem Volk zusammenarbeiten.


Tragisches Ereignis

In der Nacht auf den 3. Juni fingen die Soldaten an, die Protestierenden niederzuschiessen. Doch selbst sie waren sich unsicher, aber sie hatten ihren Befehl. Tausende von Demonstraten sind getötet worden, jedoch traf das Militär auf Widerstand. Die Studenten und Bürger jedoch, verteidigten sich mit Steinen, Knüppeln, Öl und Feuerzeug. Ein riesiges Blutbad entstand.

Als Demostranten versuchten sich zu retten, schoss man ihnen in den Rücken und gab ihnen keine Möglichkeit zu fliehen. Auch wurden Bewohner von Wohnungen erschossen, die Beleidigungen von ihren Fenster aus den Soldaten zuruften. Ab dem 5. Juni wurden die Protestanten fast ganz vertrieben. Die letzten wurden hingerichtet. Und schon wieder zeigte sich das nicht vorhandene moralische/ethische Denken der Regierung. Sie versuchten alles unter den Teppich zu kehren. Todeszahlen durften nicht genannt werden. Ausländische Reporter brachte man zum schweigen.


Ausländischer Druck

Nach diesem Massaker konnten andere Länder nicht einfach nichts tun. Sie übten Druck auf China auf und forderten Änderungen in der Regierung, was auch geschah. Die Verantwortlichen mussten abgeben. Und doch wird dieses tragische Ereignis nie vergessen werden.



Zusätzliche Fragen:

a) Welche Ursachen haben die Demonstrationen der Studenten in Peking?

Hu Yaobang wurde nicht anerkannt an seiner Beerdigung und die Unzufriedenheit über das Kommunistische Regime.

b) Wie geht die führende Kommunistische Partei mit diesem Protest um?

Sie boykottiert Schulen, versucht kleine Dialoge zu führen, mit den Studenten zu sprechen und schlussendlich alle einfach wegräumen.

c) Wie beurteilen Sie das Ereignis im Kontext der Wirtschaftsreformen von Deng Xiaoping?

Ich finde, dieses Ereignis ist mehr dekonstruktiv als produktiv und sollte eigentlich nie geschehen sein.


Quelle Text:

Geschichtsdossier

Zusatzblätter mit Quellen M2 / M5 / M11

Quelle Bilder:

Tank Man

Gorbatschow Deng

Simpsons Bild


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