Under construction

Konstrukte brauchen Glieder, sie setzen sich daraus zusammen. Funktioniert
ein Glied nicht mehr oder gibt nach, können Konstrukte in sich zusammenfallen.
Oft treibt ein Glied auch das nächste an und ohne sein Zutun würde nichts
bewegt werden, wie bei einer Kettenreaktion.
Glieder können ausgetauscht bzw. erweitert werden - unsere Gesellschaft
basiert auf diesem Aufbau.
Unsere Gesellschaft ist ein höchst filigranes Konstrukt. Blicken wir auf die
Vergangenheit, beweist die Geschichte dass es sich nicht immer leicht
zusammenleben lässt: alte Glieder bersten, neue entstehen, fleißig werden
weitere Fäden im gesellschaftlichen Cluster gesponnen.
Was wäre wenn? Wenn ein Faktor nicht funktioniert, führt dies jedoch zum Stillstand. Was ist Stillstand: Freiheit oder Tod?

   

Leben - Tod

Leben bedeutet unausweichlich den Tod. In jeder Gesellschaft wird die Beziehung
zwischen Leben und Tod anders betrachtet. Leben und Tod haben
in allen Kulturen eine sehr starke Symbolik, die je nach Glaubensrichtung
auch völlig konträr sein kann. In unserem westlichen Kulturkreis wurde der
Tod immer mit Schwarz in Verbindung gebracht, als Tochter der Nacht oder
Bruder des Schlafes. Weiß steht im Westen dafür eher für Reinheit, Unschuld
und Leben, Buddhisten hingegen tragen Weiß als Zeichen der Trauer.
Eine Gegensätzlichkeit, die sich durch die Verbindung der beiden Begriffe
wieder aufhebt: Der Tod bedeutet zwar das Ende jeglichen Lebensprinzips
und ist unabwendbar, kann aber wieder neues Leben hervorrufen, umgekehrt
kann Lebensspendendes den Tod bedeuten.
Diese Divergenz wird in meiner Arbeit fokussiert. Durch die Konnotation
der Begriffe mit sich selbst, kann der Betrachter für sich selbst entscheiden,
was für ihn Leben/Tod bedeutet.

   

Granny

Serie Granny



Ich heiße - Ich bin

Wenn man jemanden Fremdes kennenlernt, hört man sehr oft nach der
Bekanntgabe seines Namens als erstes die Frage: „Und was machst du so?“
Der Antwort, „Ich bin Student.“, folgt meist, „Ah, und was willst du mal
werden?“.
Ein Name allein genügt nicht um Mensch zu sein.
Seit Jahrhunderten werden wir nach unseren Tätigkeiten definiert. Dadurch
lässt man sich besser einschätzen bzw. zuordnen. Mit der Berufsangabe
sage ich, welchen Einfluss ich habe, wie meine Beziehungen sind, in
welchem Ausmaß ich Verantwortung trage. Jemand, der von sich sagt, ich
bin Lehrerin, hat fast alles gesagt, was man sagen kann. Der Rest ist das
Übliche.
Doch diese Identitäts-Zuteilung ist heutzutage schwierig geworden. Kaum
noch gibt es nur eine Berufsbezeichnung, die einen ganzen Menschen
definiert – Pluralität spielt eine wesentliche Rolle. Die meisten Menschen
haben heute nicht nur noch den Einen Beruf, sondern Mehrere, somit auch
mehrere berufliche Identitäten.
August Sander‘s monumentales Gesamtwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“
inspirierte mich zu meiner Auseinandersetzung mit den Begriffen
Beruf und Identität.

   

Familien-Narben

Serie Familien-Narben

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