THE STORIES OF

SOFA...COUCH

1. Story:

Der stumme Clown Inspiriert durch eine Wahre Begebenheit,
die sich so oder so ähnlich in Süchteln am Niederrhein zugetragen hat. Maya war
sehr zufrieden mit ihrem Babysitter-Job. Sie konnte schon immer gut mit
Kindern. Sie war damals 18 Jahre alt und jobbte hier und da während der
Sommerferien. Heute war sie bei einer neuen Familie im Einsatz. Bei den
Wiesners. Den Kontakt hatte eine Freundin hergestellt. Die Wiesners hatten ein
großes Haus an der Bergstrasse, nahe der Rheinischen Landesklinik in Süchteln. Eine
der besten Wohngegenden der kleinen Stadt. Herr Wiesner war mit seiner Frau auf
einer Party bei Geschäftspartnern eingeladen. Die Feier war in Düsseldorf. Es
konnte also spät werden. Bei einem ersten Termin zum kennen lernen der Kinder
hatte sich Maya schon mit dem großen Haus vertraut gemacht. Diesmal zeigte ihr
Frau Wiesner das Apartment im Keller, wo Maya schlafen sollte. Das Apartment
war sehr geräumig und hatte sogar einen separaten Ausgang in den Garten. Es gab
ein sehr großes , langes Schlafsofa, eine kleine Küche und einen breiten
Flat-TV mit DVD-Player. Dazu zwei Babyphone. Eins davon knackte von Zeit zu
Zeit. Die Wiesners hatten Maya für alle Fälle beide Handynummern oben in der
Küche an den Kühlschrank gehangen, bevor sie mit ihrem Porsche davon brausten.
Nun war Maya allein mit den beiden Kindern in dem großen Haus. Anja und Marc
waren 12 und 7 Jahre alt und wohl erzogen. Maya kam gut mit beiden klar. Sie
spielten gegeneinander Tennis auf der Wii. Danach Abendessen, waschen,
Zähneputzen. Kein Problem für einen erfahrenen Babysitter. Das Bettprozedere
hatte Frau Wiesner schon beim ersten Termin eingehend erläutert. Damit war die
Arbeit geschafft. Nun konnte Maya zum angenehmen Teil ihres Jobs übergehen. Mit
Chips, Coke und DVD's bewaffnet ging sie gutgelaunt in den Keller.
"Verdammt" dacht sie, in diesem perfekten Haushalt war tatsächlich
eine Birne kaputt. Ausgerechnet die im Keller. Aber sie fand die Tür zum
Apartment auch so. Dort brannte Licht. Frau Wiesner hatte es bei dem Rundgang
wohl versehentlich angelassen. Maya schaltete den Fernseher an und machte es
sich auf dem riesigen Sofa gemütlich. "Sehr gemütlich" dachte sie.
Neben vielen Kissen und einer Kuscheldecke saß auch eine Clownspuppe am
hinteren Ende des Sofas. Die war Maya beim ersten Rundgang gar nicht
aufgefallen. "Was für eine häßliche Deko" dachte sie sich. "Der
Clown paßt gar nicht zum Stil von Frau Wiesner". Er war in etwa
lebensgroß, hatte die typische Clownsnase, Schminke, Schuhe und einen Hut. Dazu
trug er weiße Handschuhe. Den rechten Zeigefinger hatte er vor seinen Lippen
aufgestellt, ganz so als würde er um Ruhe bitten. So saß er selber stumm im
Halbdunkel auf Mayas Sofa und starrte leer in den Raum. Der Film war super.
Trotzdem fühlte Maya sich unwohl. Sie überlegte woran das lag. Die ungewohnte
Umgebung? Beunruhigt schweifte ihr Blick durch das indirekt beleuchtete
Apartment und blieb immer wieder auf der Clownspuppe haften. Sie war der Grund
für ihre Unruhe. Das Babyphon knackte wieder. Sie stellte den Ton des Fernsehers
auf lautlos und lauschte. Es war absolute Stille im Haus. Sie hörte nur ihren
eigenen Atem. Oder? Sie bekam eine Gänsehaut. Sie schaute nochmals auf den
stummen Clown. Das Babyphon knackte wieder. Maya erschauerte nochmals und
sprang auf. Sie mußte raus aus diesem Apartment. Weg von dieser unheimlichen
Puppe. Sie lief die Treppe hinauf zum Kühlschrank, wo die Handynummern der
Wiesners hingen. Sie wählte Frau Wiesners Nummer. Es dauerte eine Ewigkeit bis
der Anruf durchging. Aber Frau Wiesner nahm nicht ab. Hörte sie da ein Geräusch
aus dem Keller? Sie versuchte die zweite Nummer. Herr Wiesner meldete sich.
"Hallo Herr Wiesner, hier ist Maya. Es tut mir leid daß ich sie stören
muß. Ich wollte nur fragen, ob es für Sie in Ordnung wäre, wenn ich oben in ihrem
Wohnzimmer auf der Couch schlafe?" "Kein Problem" antwortete
Herr Wiesner. "Ist irgendwas mit der Heizung?" "Nein'"
sagte Maya. "Alles bestens, aber ich fühle mich einfach nicht wohl so
alleine unten im Apartment. Diese Clownspuppe wirkt einfach zu menschlich"
scherzte sie. Stille auf der anderen Seite. Dann Stimmengemurmel.
"Maya!" meldete sich jetzt Frau Wiesner. "Hör' genau zu was ich
dir jetzt sage. Wir sind frühestens in 30 Minuten da. Du weckst jetzt sofort
beide Kinder und verläßt das Haus. Geh zu Hausnummer 45. Dort wohnen die
Großeltern. Beeil Dich! Wir besitzen keine Clownspuppe!" In Maya stieg
Panik auf. Sich nach allen Seiten umsehend stürmte sie nach oben und weckte
beide Kinder. Verschlafene Fragen beantwortete sie nur mit einem knappen "Wir
haben jetzt keine Zeit." Wir müssen zu Euren Großeltern." Auf dem Weg
zur Haustüre ließ Maya den Kellerabgang nicht aus den Augen. Von unten war
wieder das knacken des Babyphons zu hören. Dann verließen sie die Villa der
Wiesners. Als sie nach 2 Minuten vor dem Haus der Großeltern angekommen waren,
fuhr die Polizei mit Blaulicht und Sirene vor. Zwei Polizisten stiegen aus
während die Großeltern verschreckt die Türe öffneten. "Wir sind über einen
Einbruch informiert worden. Was ist passiert?" fragte einer der Beamten.
Maya erzählte ihnen was sie wußte. Zusammen mit den Beamten fuhren sie zu dem
Haus der Wiesners. Die Kinder warteten bei den Großeltern auf das Eintreffen
ihrer Eltern. Im Haus führte Maya die Polizisten in das Keller Apartment. Ein
Polizist ging voraus. Wieder erschauerte Maya aber das Apartment war leer. Die
Tür zum Garten stand offen. Der Clown war verschwunden. "Gar nicht
auszudenken was hätte passieren können wenn Sie auf dem Sofa eingeschlafen
wären." sagte der Polizist später, als er Maya nach Hause brachte. Die
Wiesners waren inzwischen eingetroffen. Gemeinsam mit der Polizei suchten sie
nochmals das ganze Haus ab. Keine Spur vom Clown. Für Maya war dies der vorerst
letzte Babysitter Job. Am nächsten Morgen meldete die Rheinische Landesklinik
der Polizei in Viersen, daß ein Patient seit gestern Abend vermißt wurde. Er verkleidet sich gern, hieß es in der
Vermißtenanzeige...